„Die Neutralität ist unser höchstes Gut“

Der VEFK e.V. stellt sich vor/Heute Georg Jaanineh (Zweiter Vorstand und Gründungsmitglied des Vereins)

  • Herr Jaanineh, ein paar Worte zu Ihrer Person!

Georg Jaanineh: Ich habe die Firma Geltec gegründet, ein Ingenieurbüro, das sich ausschließlich mit der Elektrosicherheit beschäftigt. Das zeigt automatisch meine Verbindung zum Verein. Die Elektrosicherheit ist ein sehr komplexes Thema, das man nur dann bearbeiten kann, wenn man viele Jahre Erfahrung in diesem Fachbereich gesammelt hat. Schließlich muss man verschiedene Bereiche zusammenbringen. So muss man juristische Themen beherrschen, die man als Ingenieur eigentlich gar nicht richtig draufhat. Deshalb muss man auch Kontakte zur juristischen Fraktion haben, die genau dasselbe tun wie wir. Man muss den Gesetzgeber lesen können, der die Grundsätze für den Arbeitsschutz erlässt; als Beispiel wäre da die Betriebssicherheitsverordnung zu nennen. Zudem muss man ein großes technisches Verständnis haben, sonst versteht man den Kunden nicht mit seinen Zielen und Vorgaben. Selbstverständlich muss man in unserer Branche die Normen beherrschen. Da ich in einem DKE-Gremium Mitglied bin, kenne ich die Entstehungsgeschichte und die Lesart von technischen Normen. Da geht es ebenfalls um die Anlagenprüfung. Aber das ist nur ein Randthemenbereich.
(Anmerk. der Redaktion: Die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE ist die in Deutschland zuständige Organisation für die Erarbeitung von Standard, Normen und Sicherheitsbestimmungen in den Themenfeldern Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik.)
Das Gleiche betrifft auch die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse, kurz BG ETEM genannt. Rund acht Jahre für war ich für die BG ETEM unterwegs, und habe unter anderem als externer Fachreferent genau zu diesen Themen referiert. Und auch für den Sachversicherer VdS (heute VdS Schadenverhütung GmbH). Für den VdS bilde ich mit Kollegen Sachverständige zum Prüfen elektrischer Anlagen aus. Im Wesentlichen will ich damit darstellen, dass man die verschiedenen Klaviaturen der Elektrosicherheit bespielen können muss. Und genau diese Fähigkeit kommt in meinem Büro bzw. Beruf zusammen. Das heißt genaugenommen in meiner Person, aber auch in meiner Firma vereinigt sich der Gesamtüberblick über interne Elektrosicherheit.

  • Wie sind Sie zum VEFK e.V. gekommen?

Georg Jaanineh: Zum einen ist der Verein VEFK e.V. entstanden durch die Initialzündung des Juristen Maximilian Hofmeister, der Gastredner bei unserem ersten eTALK war. Zusammen mit den Mitgliedern des Vereins, sind wir in der Lage das Thema der Elektrosicherheit mitzugestalten. Alle Mitglieder des Vereins haben die Möglichkeit, die Ziele dieses Vereins mitzugestalten. Von daher war die Unterstützung des Vereins durch meine Firma Geltec ein logischer Schritt, weil die Themen der Elektrosicherheit mir täglich begegnen. Ich möchte den Verein, jetzt in den Anfängen, etwas mehr unterstützen, weil ich als Unternehmer die Strukturen einer Firma beherrsche, die denen eines Vereins gleichen.

  • Welche Position besetzen Sie im VEFK e.V.?

Georg Jaanineh: Ich habe das Amt des zweiten Vorstands übernommen. Doch ob erster oder zweiter Vorstand – das ist nicht wirklich relevant. Maßgebend ist die Darstellung des Vereins nach außen: seine Neutralität. Das ist das höchste Gut, was man hat. Meine Rolle als Vorstand ist es, diese Neutralität zu wahren und dabei zu helfen, die Strukturen des Vereins dementsprechend aufzubauen. Das, was ich seit vielen Jahren mit Geltec praktiziere, kann auch der Verein machen. Zum Beispiel muss man die Zielgruppe direkt ansprechen. Strukturen sind wichtig, und die Handlungskompetenz muss in der Hand der Mitglieder liegen, damit sie agieren können. Das können sie aber nur, wenn die Neutralität vorhanden ist.

  • Mit welchen Aufgaben beschäftigt sich der VEFK e.V. aktuell?

Georg Jaanineh: Aktuell gibt es drei Kernthemen. Das erste Thema ist die Firmengründung. Der Verein richtig betrachtet ist eine „kleine Firma“. Da muss man erst einmal Strukturen schaffen. Daran arbeiten wir gerade. Das heißt der Verein beschäftigt sich aktuell mit sich selbst – eine Struktur, eine Organisationform aufzubauen, die bundesweit agieren kann und sehr stark auf moderne Medien setzt, damit man international arbeiten kann. Die zwei anderen Baustellen sind fachlicher Natur. In diesem Zusammenhang steht auch die Bildung von zwei Arbeitskreisen. Der erste Arbeitskreis beschäftigt sich mit der Erstprüfung. Er begründet sich darin, dass er eine sehr große Schnittmenge von allen aktuellen Vereinsmitgliedern bildet. Denn alle sehen Probleme in der zum großen Teil nicht vorhandenen Erstprüfung bei den vorhandenen Maschinen. Da gibt es genug Erfahrungen, die man in diesen Arbeitskreis einfließen lassen kann. Das ist das erste fachliche Thema. Und das dritte Thema beziehungsweise das zweite fachliche Thema beschäftigt sich mit der Organisation der Elektrosicherheit im Unternehmen. Da geht es darum, die Führungskraft im Unternehmen zu unterstützen, die Organisation der Elektrosicherheit rechtskonform zu gestalten. Den Begriff rechtsicher verwenden wir absichtlich nicht, weil das etwas suggeriert, dass man etwas sicher machen kann. Das ist Augenwischerei. Man kann sich nur rechtskonform bewegen. Das ist die zweite große Baustelle. Beide Baustellen werden wahrscheinlich immer da sein – auch langfristig. Es existieren also drei Baustellen, was das Organisatorische der Vereinsstruktur betrifft, und zwei Fachthemen, so könnte man unsere Zielsetzung aktuell grob umreißen.

  • Welche Rechte und Pflichten haben die Mitglieder?

Georg Jaanineh: Es gibt in der Satzung den Paragrafen 10. Er sieht zum Beispiel vor, dass jedes Mitglied Anspruch auf Beratung durch den Verein hat und an seinen Einrichtungen teilnehmen kann. Frei gesprochen ist es so, dass alle Vereinsmitglieder gleich sind und aktiv an den drei bereits erwähnten Themen, die der Verein für notwendig hält, mitwirken können. Die Pflichten, die sich daraus ergeben, erfordern, dass man immer satzungskonform arbeiten, das heißt neutral bleiben muss. Wir wollen, dass hier die Schutzrechte aller beteiligten Akteure gewahrt werden. Und dass der Verein dem einzelnen VEFK-Mitglied in einem Unternehmen die Unterstützung angedeihen lässt, die wir uns vorstellen. Wichtig ist, dass man vor allem aktiv ist. So steht es in der Vereinssatzung. Und aktives Mitglied sein bedeutet eben die Beteiligung an den Themen, um den Verein nach vorne zu bringen.

  • Was muss man tun, um Mitglied im VEFK e.V. zu werden? 

Georg Jaanineh: Der einfachste Weg ist es, bei uns auf die Homepage zu gehen, den Aufnahmeantrag dort auszufüllen, abzuschicken – und zu hoffen, dass man aufgenommen wird. Jeder Bewerber muss von uns gecheckt werden. Der Bewerber sollte aus dem Bereich der Elektrotechnik oder Elektronik kommen. Wir suchen Mitglieder, die Freude daran haben, mit anderen Vereinsmitgliedern zusammen Arbeitskreise zu bilden und dort aktiv an den verschiedensten Themenblöcken mitzuarbeiten. Der Bewerber sollte nicht Unternehmer sein. Verbände in denen nur Unternehmer sitzen, werden letztendlich zum Spielball der Industrie und forcieren nur Firmeninteresse. Das möchten wir vermeiden. Denn wenn wir gut sind, dann sind wir auch interessant für andere. Wer aber die formalen Voraussetzungen erfüllt, den nehmen wir gerne als Mitglied auf und freuen uns über seine aktive Mitarbeit.

Zur Person

Georg Jaanineh wurde 1963 geboren in Bonn. Er absolvierte 1983 das Abitur und studierte anschließend Allgemeine Elektrotechnik in Wuppertal. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. In seiner Freizeit, in der er gerne reist, geht er am liebsten tauchen. „Das ist noch schöner als Elektrotechnik.“